Die Helligkeit draussen zeigte die Zeit an. Zeit zum aufstehen 06:30 Uhr. Etwas früh war es schon, aber wir wollten ja zeitig in Amsterdam sein. Um 08:00 Uhr fuhren wir tatsächlich vom Camping los.
Die Fahrt ging zügig voran. So ungefähr 15 km von Amsterdam begann der Verkehr dichter zu werden. Dann sind wir plötzlich in der Stadt. 3, 4 Spuren, der Navi funktioniert super. Aber dann zeigt er den nahen Zielpunkt an und sagt, "weiter geradeaus fahren"! Das Dumme ist, es sind vier Spuren, ich bin ganz rechts und sollte auf die Spur ganz links. Im dichten Verkehr schaffte ich das nicht mehr und musste der Strasse nach rechts folgen. Also nächste Kreuzung 180° drehen. Denkste, geht nicht. Inzwischen hat der Navi die neue Route berechnet und führte mich wieder. Aber wohin?
Wir waren in einem Quartier, da waren die Strassen so schmal, da hätten zwei Radfahrer Mühe nebeneinander zu fahren. Zwischendurch ist auch mal ein Lastwagen halb auf dem Gehsteig abgestellt, da zirkelst du vorbei und achtest darauf, dass du keinen Radfahrer mitschleifst, welche wir Mückenschwärme um dich herum kurvten. Irgendwann wurde es dem Navi wohl zu viel und er meldete "Ziel erreicht"! Ich vermutete, dass der Navi in den wirklich engen Häuserschluchten, das GPS Signal nicht mehr empfangen konnte und darum immer wieder umrechnen musste. Denn da war weit und breit keine Tiefgarage.
Aber zwei Bauarbeiter. Die fragte ich nach der Parkhalle. Einer zückte sein Handy und innert Sekunden nannte er mir eine Parkhalle, genau 4km von unserem Standort entfernt.
Wir fuhren los und stellten erleichtert fest, dass der Navi uns zum Glück aus den engen Gassen hinaus führte. Ab da ging es ruck, zuck und wir sahen den Wegweiser zur Parkgarage. Der Tag war vorerst gerettet.
Vorerst, denn das Wetter zeigte sich beim Start von seiner guten Seite. Teilweise gab es auf der Fahrt sogar Sonnenschein und unsere Hoffnung auf ein paar trockene Stunden bis in den Nachmittag hinein, schienen begründet. Vor der Einfahrt ins Parkhaus hatten wir schon die Station für Sightseeing mit Bus und Schiff erspäht. Welche Enttäuschung als uns der Ticket Verkäufer gelangweilt zu verstehen gab "No Dogs". Wir insistierten und machten ihn darauf aufmerksam, dass der Hund ja im Rucksack sei. Er schüttelte nur den Kopf. Wir langweilten ihn offenbar wirklich.
Beate sichtete etwas weiter weg einen anderen Anbieter. Mal sehen ob der toleranter ist. Und wirklich, Foxli war willkommen. Unsere Grachten Reise konnte starten. In 5 Minuten würde der Kahn ablegen und wir hatten noch 200 Meter hinter uns zu bringen. Wir schafften es.
Nach dem Stress mit dem Navi und der Enttäuschung im ersten Ticket Shop wollten wir uns auf dem Schiff zuerst einmal ausruhen und den Tourenplan studieren.
Als wir uns dann endlich wieder erhoben um das Quartier Jordaan zu durchstreifen gedachten, war der Himmel schon bedenklich Wolken behangen und dunkel. Wir zogen trotzdem los und steuerten die ersten Gassen an. Da es gegen Mittag ging, kehrten wir in einem spanischen Lokal ein, das gerade da an der Ecke offen stand. Nachdem wir unsere Hamburger gegessen und bezahlt hatten, traten wir auf die Strasse hinaus und stellten fest, es goss nicht in Strömen, aber ein heftiger Sprühregen durchnässte uns in kurzer Zeit bis auf die Haut. Leider blieb dieser Regen den ganzen Nachmittag über. An weitere Unternehmungen, sowie ans Fotografieren war nicht mehr zu denken. Wir setzten uns wieder ins Boot und liessen uns nochmals 90 Min herum schippern.
Station 4 lag in der Nähe unserer Parkgarage. Wir verliessen das Schiff wieder und nach 500 Meter durch den Regen erreichten wir unseren Wagenstandort.
Die Ironie der Geschichte: Nach einem Kaffee und einem Stück Kuchen schien die Sonne. Aber nun hatten wir schon abgeschaltet und fuhren zurück zum Wohnwagen.
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