09.15. Auf hoher See

Wie gestern angekündigt fuhren wir heute hinaus auf die Insel Wangerooge. Ich sagte auch, dass wir noch nicht wissen ob es gelingt. Diese Aussage hatte folgenden Hintergrund.
Wir lösten die Fahrkarten für den Raddampfer. Gleichzeitig fragten wir den Beamten, wo wir denn Fahrkarten kriegen könnten, für die Fahrt nach Langerooge. Der erklärte uns, dass es schwierig sei einen Platz zu kriegen. Wir müssten 3/4 Stunden vor Abfahrt hier sein und kucken ob es noch Platz hat. Unsere Mundwinkel hingen tief.
Zu Hause fragten wir uns, wie denn die anderen zu den Fahrkarten kamen. Da müssten doch schon Fahrkarten verkauft sein, wie sonst kann der Herr der Fahrkarten denn wissen, dass es wenige Plätze noch hat.
Wir fragten das Internet. Die Seite war schnell gefunden und siehe da, man konnte per Internet buchen. Das machten wir doch gleich, da offenbar noch Karten zu haben waren.
Nun hätten wir erleichtert sein können, wir hatten Karten und die Seereise konnte beginnen. Aber Pustekuchen, ein neuer Abgrund tat sich auf. Wir konnten die Fahrkarten nicht ausdrucken. Ob die wohl die Karte auf dem Handy akzeptieren würden? Wir überlegten hin und her. Ich fuhr zu Anmeldung, die war geschlossen. Bürozeit nur bis 17:00 Uhr. Wiedereröffnung erst wieder 9:00 Uhr. Ob die uns die Karten ausdrucken würden? 
02:30 Uhr, es war kalt im Wohnwagen. Ich musste die Heizung höher schalten. Grummel, danach konnte ich nicht mehr einschlafen. Was, wenn wir keinen Ausdruck bekommen und das Handy.... usw. Ein bisschen habe ich dann doch noch geschlafen.
07:00 Uhr, Gassi gehen, frühstücken, nochmals Gassi gehen, alles bereitstellen. Dann war es 08:50 Uhr. Wir fuhren zu Anmeldung. Die erklärten sich bereit, den Ausdruck zu machen. Beate schickte die Fahrkarten und die Buchungsbestätigung an die Rezeption. Dann wurde gewartet. Die Mails gingen weg aber nicht ein. Dann kam die Buchungsbestätigung, sie wurde ausgedruckt. Wenigstens das! Nur die Fahrkarten kamen nicht. Beate wurde es nach einer halben Stunde zu bunt auf die Mails zu warten und wir radelten los, zum Hafen. 
Beate steuerte gleich auf das Fahrkartenhäuschen zu und erklärte die Situation. Der Herr hinter dem Schalter, schaute in seinen Computer und erklärte alles für OK. Beim Einschiffen wollte der Kontrolleur die Fahrkarten sehen, nein nicht die auf dem Handy. Wir erklärten ihm, dass der Herr im Häuschen gesagt habe, es sei so Ok. Na gut, meinte der Kontrolleur, wenn der das sagt, wird es so sein.
Wir gingen an Bord. Von da an wollte keiner mehr die Fahrkarten sehen, auch nicht auf der Insel im Zug. Wir kuckten uns staunend an. Und ich hatte eine schlaflose Nacht deshalb!
Die Überraschung kam nach dem wir wieder an Land waren und aus dem Hafenterminal wollten. Da verlangte eine automatische Schranke die Fahrkarte. Nanu, unser Buchungsauftrag oder das Handy passten nicht in den Automatenschlitz. Da half nur, Hals strecken und nach Alternativen suchen. Die fanden wir in der Person eines Kontrolleurs neben den Schranken. Der wollte jetzt aber nicht den Buchungsauftrag sehen, sondern die Fahrkarten auf dem Handy. Beate zückte das Handy. Der Barcode auf der gespeicherten Fahrkarte war die Rettung. Wir waren draussen.
Die Fahrt, der Aufenthalt auf der Insel war interessant, wurde aber getrübt durch stürmisches Wetter. Es schaukelte ganz beträchtlich bei der Hinfahrt. Bei der Einschiffung zur Rückfahrt regnete es sogar. Und es war kalt. Trotz allem, es war eindrücklich und hat uns gefallen. 
Von der Bahn und der Fahrt auf Wangerooge
Von Wangerooge

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