Heute Morgen war es kühl, aber die Sonne schien, nur nicht auf unseren Platz. Wir stehen ganz im Schatten. Nachdem wir zwei Wochen den ganzen Tag bei bis zu 28°C Sonne im Vorzelt hatten schien uns der schattige Platz richtig. Leider haben wir nicht beachtet, dass das Wetter umgeschlagen hatte. Trotzdem wir frühstückten draussen. Wir zeigten uns mit Foxli solidarisch und zitterten mit ihm um die Wette.
So um die Mittagszeit, setzten wir uns wieder auf die Räder um die nähere Umgebung auszukundschaften. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt hatte wir einen anderen Campingplatz vor uns und da war dann auch schon wieder Schluss, die Strasse ging nicht weiter. Wir versuchten trotzdem dem Waldweg zu folgen und kamen nach 5 Min. wieder beim Campingplatz an. Die Waldstrasse war im Kreis geführt.
Also gut, wir fragten den Navi, wo wir sonst noch hin könnten. Der wusste einen Weg hoch zum Wattenmeer. Es hat schon etwas beunruhigendes an sich, wenn man dem Navi einfach so vertraut und hinaus in die Landschaft fährt. Der Weg war eine Betonpiste von einem Meter breite. Dieser führte durch Wald, Busch und Ried-Landschaften. Es war eine sehr schöne Fahrt durch menschenleeres Gebiet. Also wenn nicht ab und zu andere Radfahren entgegen gekommen wären ich hätte mir Sorgen gemacht, ob ich überhaupt wieder nach Hause finde. Überhaupt ist das für uns die grösste Überraschung, dass es hier so einsame Gegenden gibt. Weit und breit keine Ort, kein Haus, nur Felder, Wald und Seen. Wir fühlten uns wie im hohen Norden.
Dann endlich nach eine knappen Stunde sichteten wir den Deich. Gemäss Navi waren es aber immer noch zwei Kilometer bis dorthin. Als wir dort ankamen machten wir lange Gesichter. Der Deich war mit einem kilometerlangen Maschendrahtzaun abgesperrt. Betreten verboten!
Was blieb uns übrig, als weiter zu pedalen und zu hoffen, dass uns irgendwo doch noch ein Blick über den Deich gelingt. Dies geschah schon bald. Immer wieder führte ein Weg hoch auf den Deich und bildete so eine Art Aussichtsplattform.
Nun, nachdem wir das Watt gesehen hatten waren wir ausgesöhnt und legten die letzten 2,5 km bis zum Wohnwagen hinter uns. Die Rundfahrt dauerte vier Stunden und war etwa 20 km lang.